Dissoziation


Der Begriff Dissoziation beschreibt in der Psychologie die Trennung von Wahrnehmungs- und Gedächtnisinhalten, welche normalerweise assoziiert sind. Hierdurch kann die integrative Funktion des Bewusstseins, des Gedächtnisses, der Wahrnehmung und der Identität beeinträchtigt werden.

 

Dissoziation = Abspaltung

 

Dissoziation ist das Gegenteil von Assoziation (hierbei fügen wir zusammen - assoziieren). Beim Dissoziieren trennen wir oder schieben beiseite, was von bestimmten Instanzen unseres Gehirns als zu unwichtig oder zu brisant eingeschätzt wird.

Es gibt verschiedene Ausprägungsgrade von Dissoziationen. Jeder Mensch dissoziiert gelegentlich z.B. in Form von Tagträumen. Nur wenn die Dissoziation sehr extrem ist und unkontrollierbar wird, wird sie belastend und einschränkend. 

 

Wozu ist Dissoziation gut?

Dissoziation entsteht als Schutzmechanismus in Situationen, in denen weder Flucht noch Kampf Sinn machen würde. Diesen Totstellreflex gibt es z.B. auch bei Tieren. Einerseits erhöht dieses regungslose Verharren möglicherweise die Überlebenschancen, andererseits bietet die Dissoziation eine Art psychischen Schutz. Die Person ist wie abgespalten von der bedrohlichen Situation und nimmt ihre Gefühle, ihre Gedanken und auch ihr Verhalten nicht mehr oder nicht mehr genau wahr. 

Manche Betroffene beschreiben es als ein sich "wegbeamen", "aussteigen", "wegdriften" etc. Dissoziation schützt vor belastenden Gefühlen, Bildern und Gedanken. Deshalb wird sie oft kurzfristig als angenehm empfunden. Problematisch ist, dass im Laufe der Zeit durch sehr viele auch eigentlich ungefährliche Reize ausgelöst werden kann und dass sie handlungsunfähig mache.

Dissoziation ist an sich ein Schutzmechanismus in sehr bedrohlichen Situationen, in denen man sich nicht wehren kann. Später wird sie eher zu einer Belastung und kann dazu führen, dass man sich in vielen Situationen hilflos und ausgeliefert fühlt.

 

Die größte Herausforderungen derjenigen, die an Dissoziativen Zuständen leiden ist es, diese möglichst zu verhindern. Auch ich war oft der Ansicht, dass man Dissoziationen hilflos ausgeliefert ist und diese nicht kontrollieren oder beeinflussen kann und habe Dissoziationen oft zugelassen, auch wenn ich bemerkte das ich "abdrifte". Ich will damit nicht sagen, dass es einfach ist Dissoziationen vorzubeugen und jedem sofort gelingt, aber es ist nicht unmöglich und bedarf ständiger Übung und Selbstbeobachtung. Wichtig ist es erste Anzeichen zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern.

 

Wie kann ich Dissoziationen durchbrechen?

  1. Die Entscheidung, die Dissoziation mit all ihren Vorteilen aufzugeben.
  2. Erste Anzeichen erkennen, (d.h. über einen längeren Zeitraum Situationsanalysen durchführen, Triggeranalyse)
  3. Andi-Dissoziatives Handeln einsetzen (z.B. Realitätskontrolle, Skills)
  4. Achtsamkeit üben