Eine Posttraumatische Belastungsstörung lässt sich immer auf ein bestimmtes schwerwiegendes Ereignis, ein Trauma zurückführen, dass der Betroffene als Opfer, Augenzeuge oder auch z.B. als Rettungshelfer erlebt hat. In der Psychologie versteht man unter einem Trauma das Erleben einer problematischen Situation oder einem bedrohlichen Ereignis, das mit Gefühlen von Angst und Hilflosigkeit und/oder schutzloser Preisgabe bzw. Ausgeliefertsein einhergeht, wobei der Betroffene subjektiv keine Möglichkeit der Bewältigung der Situation wahrnimmt. Als Folge dieses bedrohlichen Diskrepanz-Erlebnisses kann eine (dauerhafte) Erschütterung des Selbst- und Weltverständnisses auftreten und die psychische Störung auslösen. Traumata können in zwei Typen eingeteilt werden:

TYP 1: Ein Trauma von kurzer Dauer und einmaligem Auftreten, z.B. Naturkatastrophen, Unfälle

TYP 2: Ein Trauma von längerer Dauer bzw. wiederholtem  Auftreten, z.B. Geiselhaft, Kriegsgefangenschaft, über längere Zeit andauernder sexueller Missbrauch

Typische Auslöser einer PTBS sind:

  • Kriege, Aufstände, Vertreibung, Flucht, Terroranschläge
  • Individuelle Gewalterfahrungen: Vergewaltigung, sexueller Missbrauch, Folter, Überfälle, Entführungen
  • Unfälle aller Art: Verkehrs-, Berufs-, Freizeit- und Sportunfälle
  • Naturkatastrophen: Brände, Blitzschläge, Überschwemmungen, Lawinen oder Erdbeben
  • Menschlich verursachte Katastrophen: Brände, Explosionen, Flugzeugabstürze, Zugskollisionen, Schiffshavarien, Industrieunfälle
  • Schwere Erkrankung, z.B. Herzinfarkt,  Krebs, aber auch die Behandlung auf einer Intensiv-Station, Notfalloperationen

Nicht jeder Mensch, der eine ungewöhnlich belastende Situation durchlebt, erkrankt in der Folge an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Vielmehr spielen zum Beispiel voran­gegangene traumatische Erfahrungen oder genetische Einflüsse eine wichtige Rolle. Gene­rell erkranken eher Personen, die psychisch nicht sehr belastbar sind, jedoch können auch psychisch stabile Menschen eine PTBS entwickeln. Frauen bekommen häufiger eine post­traumatische Belastungsstörung als Männer. Ein niedriges Alter zum Zeitpunkt der Belastung stellt einen weiteren Risikofaktor dar, ebenso ein mangelndes soziales Netzwerk und ein niedriger sozioökonomischer Status. Entscheidend ist auch, wie die Umwelt auf das Opfer reagiert. Wird ihm bestätigt, dass es Schlimmes erlebt habe, sinkt das Risiko für eine post­traumatische Belastungsstörung. Opfer, die zu hören kriegen, sie trügen eine Mitschuld an dem Geschehen oder sollten sich zusammenreißen, werden eher krank. 


Quellen: http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/stoerungen-erkrankungen/posttraumatische-belastungsstoerung-ptbs/ursache-ausloeser/

http://www.psychosomatische-versorgung.de/informationen-fuer-patienten/weiter