Wie körperliche Erkrankungen auch bedürfen psychische Erkrankungen einer umfassenden Behandlung. 

Eine Psychotherapie ist bei Erkrankung der PTBS zwingend erforderlich.

 

Grundsätzlich wird eine Psychotherapie von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen. 

Jeder gesetzlich versicherte kennt jedoch das Problem, dass man kaum einen kassenzugelassenen Therapeuten findet, der einem in zumutbarer Zeit einen Therapieplatz anbieten kann. 

Viele Psychotherapeuten besitzen keine Kassenzulassung, da nach Ansicht des zuständigen Ministeriums der Bedarf an zugelassenen Therapeuten ausreichend ist. Das das nicht der Fall ist, liegt jedoch auf der Hand. Hier besteht seitens der Politik zwingend Handlungsbedarf.

 

Nach meinem stationären Krankenhausaufenthalt musste ich mir aufgrund eines Umzugs in eine andere Stadt einen neuen Therapeuten suchen. Diese Suche ist insbesondere in den Zeiten in denen es einem gerade nicht gut geht und man dringend Hilfe benötigt extrem demotivierend. Bei nahezu jeden Therapeuten mit Kassenzulassung bei dem man anfragt bekommt man als Antwort, derzeit keinen Therapieplatz, Warteliste mindestens 6 bis 9 Monate oder selbst die Warteliste ist geschlossen. 

Ich habe mehr als 20 Therapeuten angefragt, und keinen zeitnahen Therapieplatz erhalten können.

 

 

 

Antrag auf Kostenübernahme für Therapie bei einem nicht kassenzugelassenen Therapeuten:

 

Sollte es euch wie mir ergangen sein, empfehle ich einen Termin bei einem nicht kassenzugelassenen Therapeuten zu machen und zusammen mit diesem einen Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse zu stellen. Es gibt ein paar Formalitäten die man hierbei beachten muss.

Man benötigt eine Dringlichkeitsbescheinigung eines Arzt, dass eine Therapie jetzt, sofort erforderlich ist sowie eine Auflistung bei welchen Therapeuten man vergeblich um einen Therapieplatz angefragt hat. Den Antrag stellt dann der Therapeut bei der Krankenkasse. 

 

Der Antrag wird dann von den Krankenkassen regelmäßig an den medizinischen Dienst (MDK) weitergeleitet. Hiervon wird man durch die Krankenkasse unterrichtet. Dieser muss dann gegenüber der Krankenkasse innerhalb von 3 Wochen eine Stellungnahme abgeben.

Hat man innerhalb von 5 Wochen keine Bewilligung oder Ablehnung von der Krankenkasse genommen, gilt der Antrag als genehmigt!! (sog. Genehmigungsfiktion)

 

 

Gesetzliche Grundlagen:

 

§ 13 Abs. 3 SGB V:

"Konnte die Krankenkasse eine unaufschiebbare Leistung nicht rechtzeitig erbringen oder hat sie eine Leistung zu Unrecht abgelehnt und sind dadurch Versicherten für die selbst beschaffte Leistung Kosten entstanden, sind diese von der Krankenkasse in der entstandenen Höhe zu erstatten, soweit die Leistung notwendig war.“

 

§ 13 Abs. 3a SGB V:

"Die Krankenkasse hat über einen Antrag auf Leistung zügig, spätestens bis zum Ablauf von drei Wochen nach Antragseingang oder in den Fällen, in deenen eine gutachterliche Stellungnahme, insbesondere des MDK eingeholt wird, innerhalb von fünf Wochen nach Antragseingang zu entscheiden. Wenn die Krankenkasse eine gutachterliche Stellungnahme für erforderlich hält, hat sie diese unverzüglich einzuholen und die Leistungsberechtigten hierüber zu unterrichten. Der MDK nimmt innerhalb von drei Wochen gutachterlich Stellung."