Wie körperliche Erkrankungen auch bedürfen psychische Erkrankungen einer umfassenden Behandlung. 

Eine Psychotherapie ist bei Erkrankung der PTBS meist erforderlich.

 

Grundsätzlich wird eine Psychotherapie von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen sowie der Beihilfe übernommen. In den meisten Fällen ist hierfür jedoch zuvor ein mehr oder weniger umfangreiches Genehmigungsverfahren durchzuführen.

Als gesetzlich Versicherter wird man oft mit dem Problem konfrontiert, dass man keinen 

kassenzugelassenen Therapeuten findet, der einem in zumutbarer Zeit einen Therapieplatz anbieten kann. Das ist nicht nur deprimierend, sondern für viele auch kaum auszuhalten. Man ist bereit sich Hilfe zu suchen, bekommt diese aber nicht.  

Hier kann ich nur den Rat geben, bitte nicht aufgeben. Es gibt einen Weg.

Viele Psychotherapeuten besitzen keine Kassenzulassung, da nach Ansicht des zuständigen Ministeriums der Bedarf an zugelassenen Therapeuten ausreichend ist. Das das nicht der Fall ist, liegt jedoch auf der Hand. 

 

 

Antrag auf Kostenübernahme für Therapie bei einem nicht kassenzugelassenen Therapeuten:

 

Sollte Ihr keinen kassenzugelassenen Therapeuten finden können, ruft unbedingt bei eurer Krankenversicherung an und bittet dort um Unterstützung. Die sollten euch daraufhin eigentlich kurzfristig einen Termin besorgen. Leider sieht die Realität diesbezüglich meist doch noch anders aus.

Daher scheut euch nicht davor, auch bei nicht kassenzugelassenen Therapeuten anzufragen. Diese kennen das Problem und bieten oftmals schon von sich aus an diesbezüglich einen Antrag auf Kostenübernahme bei einem Privat-Therapeuten bei der Krankenkasse zu stellen.

Natürlich gibt es auch hierbei ein paar Formalitäten die man hierbei beachten muss.

Man benötigt eine Dringlichkeitsbescheinigung eines Arzt, dass eine Therapie jetzt, sofort erforderlich ist sowie eine Auflistung bei welchen Therapeuten man vergeblich um einen Therapieplatz angefragt hat. Den Antrag stellt dann der Therapeut bei der Krankenkasse. 

 

Der Antrag wird anschließend von den Krankenkassen regelmäßig an den medizinischen Dienst (MDK) weitergeleitet. Hiervon wird man durch die Krankenkasse unterrichtet. Dieser muss dann gegenüber der Krankenkasse innerhalb von 3 Wochen eine Stellungnahme abgeben.

Hat man innerhalb von 5 Wochen keine Bewilligung oder Ablehnung von der Krankenkasse genommen, gilt der Antrag als genehmigt! (sog. Genehmigungsfiktion)

 

 

Gesetzliche Grundlagen:

 

§ 13 Abs. 3 SGB V:

"Konnte die Krankenkasse eine unaufschiebbare Leistung nicht rechtzeitig erbringen oder hat sie eine Leistung zu Unrecht abgelehnt und sind dadurch Versicherten für die selbst beschaffte Leistung Kosten entstanden, sind diese von der Krankenkasse in der entstandenen Höhe zu erstatten, soweit die Leistung notwendig war.“

 

§ 13 Abs. 3a SGB V:

"Die Krankenkasse hat über einen Antrag auf Leistung zügig, spätestens bis zum Ablauf von drei Wochen nach Antragseingang oder in den Fällen, in denen eine gutachterliche Stellungnahme, insbesondere des MDK eingeholt wird, innerhalb von fünf Wochen nach Antragseingang zu entscheiden. Wenn die Krankenkasse eine gutachterliche Stellungnahme für erforderlich hält, hat sie diese unverzüglich einzuholen und die Leistungsberechtigten hierüber zu unterrichten. Der MDK nimmt innerhalb von drei Wochen gutachterlich Stellung."