Die Auswirkung der Schädigungsfolgen werden mit dem Grad des Schädigungsfolgen (GdS) bemessen.

 

Der GdS ist nach den allgemeinen Auswirkungen der Funktionsbeeinträchtigungen, die durch die als Schädigungsfolge anerkannten körperlichen, geistigen oder seelischen Gesundheitsstörungen bedingt sind, in allen Lebensbereichen zu beurteilen.

Der GdS ist nach Zehnergraden von 10 bis 100 zu bemessen; ein bis zu fünf Grad geringerer Grad der Schädigugnsfolgen wird vom höheren Zehnergrad mit umfasst ("medizinischer" GdS).

 

Liegt als Folge einer vorsätzlichen, rechtswidrigen Angriffs nur eine vorübergehende gesundheitliche Schädigung vor, die folgenlos abheilt, hat der Geschädigte keinen Anspruch auf Opferentschädigung. Als vorübergehend wird hierbei ein Zeitraum von bis zu 6 Monaten definiert. Jedoch besteht auch für abgeheilte Schädigungsfolgen ein Anspruch auf Heilbehandlung nach § 1 OEG i.V.m. § 10 Abs. 1 BVG.

 

Der GdS wurde bis zum 31.12.2008 nach den "Anhaltspunkten für die ärztliche Gutachtertätigkeit im sozialen Entschädigungsrecht und nach dem Schwerbehindertenrecht" (AHP) festgestellt.

Grundlage des AHP waren Empfehlungen und Beschlüsse des ärztlichen Sachverständigenbeirats Versorgungsmedizin beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Seit dem 01.01.2009 ist die Versorgungsmedizinische-Verordnung maßgebend, die inhaltlich aber weitestgehend den AHP entspricht.

 

Die in der GdS-Tabelle der Versorgungsmedizinischen Verordnung empfohlenen Grade der Schädigung sind jedoch nur Anhaltspunkte. Es ist unerlässlich, alle beeinträchtigenden körperlichen, geistigen und seelischen Störungen und Schädigungen im Einzelfall zu berücksichtigen. 

Der GdS ist höher zu bewerten, wenn Beschädigte durch die Art der Schädigungsfolgen im vor der Schädigung ausgeübten oder in dem Beruf besonders betroffen sind, der nach Eintritt der Schädigung ausgeübt wurde oder noch ausgeübt wird.

 

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Versorgungsmedizinische Verordnung
September 2015
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